Unsere erste CO₂-Bilanzierung 2023: Ergebnisse, Erkenntnisse und Ausblick

RETURN ON MEANING hat erstmals für das Jahr 2023 eine CO₂-Bilanz erstellt. Seitdem führen wir die Bilanzierung jährlich fort und entwickeln unseren Ansatz kontinuierlich weiter.

Transparenz ist für uns dabei zentral. Sie schafft die Grundlage für einen offenen Austausch mit anderen Organisationen, unseren Kund:innen und der Öffentlichkeit. Deshalb legen wir unsere Ergebnisse, unsere Methodik und unsere daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen offen.

Kurze Erklärung: Scope 1, 2 und 3:

CO₂-Bilanzierung werden Emissionen in drei Kategorien (Scopes) unterteilt:

Scope 1: Direkte Emissionen, die z. B. durch eigene Fahrzeuge oder Heizungen entstehen.

Scope 2: Indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie, z. B. Strom oder Fernwärme.

Scope 3: Emissionen in der vor- und nachgelagerten Lieferkette, z. B. Geschäftsreisen, eingekaufte Waren und Dienstleistungen oder Pendelwege der Mitarbeitenden

Ein Blick aufs Kreisdiagramm:

Wo fallen die meisten Emissionen an?

Unsere Auswertung zeigt klar:

  • Geschäftsreisen sind mit Abstand unser größter Emissionsfaktor.

  • Ebenfalls große Anteile entfallen auf Homeoffice und Hotelübernachtungen.

  • Weniger relevant sind Bereiche wie der Strom für unser Büro, die Druckaufträge für unsere Workshops oder unsere Cloud-Dienste bei Microsoft.

Geschäftsreisen im Fokus

Wenn wir uns die Geschäftsreisen genauer anschauen, dann stammen fast zwei Drittel der Emissionen von Flügen – und das, obwohl wir deutlich mehr Reisen mit der Bahn machen. Warum ist das so?

Ein einzelner Flug verursacht bei uns ca. das 13-Fache der Emissionen im Vergleich zu einer Bahnfahrt.

Hierbei wichtig: Vor allem lange Flüge sind ein großer Faktor.

Zur Einordnung: Wir sind im Jahr 2023 nie außerhalb Europas geflogen. Aber hätten wir beispielsweise eine Hin- und Rückreise von Berlin nach New York in der Business Class gemacht, hätte das rund 9,2 Tonnen CO₂ verursacht – fast die Hälfte unserer gesamten Emissionen für unsere Geschäftsreisen!



Was folgern wir daraus?

Wir wissen, dass wir, um unseren Job gut machen zu können und Meaning in die Arbeitswelt zu bringen, vor Ort bei unseren Kund*innen sein wollen. Auf Reisen zu verzichten, ist daher nicht unser Ziel. Dennoch stellen wir uns die Frage: Wie können wir diese Reisen nachhaltiger gestalten?

Bisher fanden wir bereits verschiedene Antworten auf die Frage:

1. Regionale Aufstellung: Wir haben feste und freie Mitarbeitende nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen Städten wie Stuttgart oder Wien. So können wir lange Reisen vermeiden und dennoch direkt bei unseren Kund*innen präsent sein.

2. No-Flight-Policy: Wir verzichten auf Inlandsflüge.

3. Kein Interkontinental-Flugverkehr: Wir haben, auf mehrere Projekte verzichtet, bei denen ein Interkontinentalflug notwendig gewesen wäre.

4. Zug als das Verkehrsmittel der Wahl: Wenn möglich, fahren wir immer mit dem Zug.

Jetzt wollen wir diese Maßnahmen weiterhin umsetzen bzw. ausbauen um uns in diesem Bereich kontinuierlich zu verbessern.

Wesentlichkeitsanalyse:

Emissionsquellen unterscheiden sich in ihrer Relevanz für die Gesamtbilanz. Während Scope 1 und Scope 2 verpflichtend zu erfassen sind, gilt für Scope 3 das Prinzip der Wesentlichkeit.

Das bedeutet: Einzelne Scope-3-Emissionen können unberücksichtigt bleiben, wenn ihr Einfluss auf die Gesamtbilanz sehr gering ist, ihre Steuerbarkeit durch das Unternehmen kaum gegeben ist oder eine belastbare Datenerhebung nur mit unverhältnismäßigem Aufwand möglich wäre.

Die Nicht-Erfassung erfolgt somit nicht willkürlich, sondern auf Basis einer begründeten Abwägung von Relevanz, Einflussmöglichkeit und Datenverfügbarkeit.

Ein Beispiel ist die Verpflegung bei Team-Events oder im Büro. Auch hier entstehen Emissionen. Allerdings würden Mitarbeitende unabhängig davon zu Hause oder extern essen.

Da durch das Angebot keine zusätzlichen Emissionen im Sinne eines echten „Mehrverbrauchs“ entstehen, sondern lediglich eine Verlagerung stattfindet, wird dieser Bereich nicht in die Bilanz aufgenommen.

In unserer Wesentlichkeitsanalyse haben wir daher verschiedene Emissionsquellen nach ihrer Beeinflussbarkeit und ihrem Impact auf unser Gesamtergebnis sortiert. Gleichzeitig haben wir farblich markiert, welche Quellen wir bereits erfassen und welche wir bewusst nicht erfasst haben.

Fazit und Ausblick :

Die erste CO₂-Bilanz hat uns wichtige Erkenntnisse geliefert und eine belastbare Datengrundlage geschaffen. Auf dieser Basis treffen wir heute fundiertere Entscheidungen zu Emissionen und Reduktionspotenzialen. Unser erstes Bilanzjahr dient weiterhin als Referenzpunkt, an dem wir unsere Fortschritte messen.

Unser Ziel bleibt klar: Wir wollen unsere Gesamtemissionen jährlich um 10 % reduzieren und die Emissionen aus Scope 1 und Scope 2 kompensieren.

Mit den aufgebauten Strukturen hat sich der Aufwand für die Bilanzierung in den Folgejahren deutlich reduziert. Die Datenerhebung ist konsistenter, Prozesse sind etabliert und Auswertungen lassen sich effizienter durchführen.

Wenn Sie Impulse zur Weiterentwicklung unseres Ansatzes haben oder sich zu dem Thema austauschen möchten, freuen wir uns über eine Nachricht an nachhaltigkeit@returnonmeaning.com.

Wir freuen uns auf den Austausch und darauf, gemeinsam weitere Impulse für eine nachhaltigere Zukunft zu setzen.

Julia Horn Joya